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Life in Africa

Hallo hier aus Afrika! Sitze hier, der Schweiß läuft mir aus allen Poren. Aus der Ferne hört man Löwengebrüll, der einem das Mark gefrieren lässt. Neben mir steht unser uraltes, stinkendes Plumpsklo, mit dem wir uns die nächsten Monate begnügen müssen. Neben mir bruzelt eine alte afrikanische Mama einen zähen Ziegenbock über dem offenen Feuer. Und... - nein, das ist natürlich alles Quatsch. Nachdem wir bisher einiges von unseren Erlebnissen berichtet haben, möchte ich heute ein wenig erzählen, wie es hier in Afrika, genauer Tansania, ist. Eins vorweg – man kann es eigentlich nicht beschreiben. Es ist einfach anders, als bei uns in Europa, sehr anders. Aber nicht so abgeschnitten von jeglichen technischen Errungenschaften und westlichen Standarts, wie man vielleicht glaubt. Kommen wir zuerst zum allerwichtigsten, dem Essen. Als wir in Kairo ein paar Stunden Zeit zwischen zwei Flügen hatten, wagte ich mich an eine ägyptische Salatbar und stelle mir einen Teller zusammen. Beim Essen drehte sich mir fast der Magen um und ich fragte mich, wo ich wohl da angekommen wäre. Und da Tansania noch viel tiefer in Afrika liegt, schlussfolgerte ich, dass es da sicher noch viel schlimmer und gewöhnungsbedürftiger werden würde. An unserem ersten Abend gingen wir dann zusammen in ein „hoteli“ - also ein Restaurant. Die gibt es eigentlich überall und wir suchten uns ein „besseres“. Eine Speisekarte gab es nicht, die Anzahl des Menüs war aber auch so überschauber, dass der Kellener sie problemlos aufzählen konnte: Entweder Reis oder Ugali, das ist so eine Art Maisbrei, dazu Huhn, Rind, Fisch oder Bohnen. Da hierzulande das Essen nicht immer seperat für jeden Gast vorbereitet wird, sondern alles einmal in einem großen Topf gekocht wird, saßen wir schon nach ca. 5 Min vor unseren gefüllten Tellern. Durch das Ambiente mit fleckigen Tischdecken und Krümeln und vielen herumschwirrenden Fliegen fühlte ich mich ein wenig abgestoßen – aber mir bleib keine andere Wahl als anzufangen zu essen. Und es schmeckte gut! Ein knuspriges Hähnchen (allerdings mit allen Knochen usw. inklusive, aber daran muss man sich einfach gewöhnen) und Reis, dazu eine leckere Sauce, das war richtig gut. Ihr glaubt gar nicht, wie ich da innerlich aufgeatmet habe. Generell ist es nicht überall lecker. In unseren acht Tagen haben wir auch so etwa zwei Mal in hotelis gegessen, die nicht gerade empfehlenswert waren, mit zähem, fettigen Fleisch usw. Generell muss man sich hier darauf einrichten, dass nicht immer alles Essen vorhanden ist, wenn z.B. der Ugalitopf leer ist, gibt es das halt nicht mehr. Und man darf auch keine abwechslungsreiche Speisekarte erwarten, es gibt immer die selben, oben erwähnten Sachen, höchstens nochmal Pork, also Schweinefleisch oder Chips, Pommes. Aber ansonsten ist es sehr lecker, zumal ich ja ein großer Reisfan bin. Aber vermutlich werde ich Hühnerfleisch spätestens in einem Monat hassen. Zum Frühstück kann man gut chapti Essen, die sind so ähnlich wie Pfannkuchen und mit Zucker bestreut sehr lecker. Oder auch mandazis, die quasi Berliner ohne Füllung sind. Obst gibt es hier natürlich auch und wir haben natürlich bereits einiges probiert. Bananen, Wassermelonen, Mandarinen, Papayas, Maracujas, Guaven, Mangos, Ananas usw. hier gibt es echt eine große Vielfalt. Manches schmeckt altbekannt lecker, manches (wie z.B. Papayas) eher gewöhnungsbedürftig und manche neue Frucht ist hier zu entdecken, wie zum Beispiel die sehr schmackhaften, fruchtigen Maracujas oder auch Passionsfrüchte. Getränkemäßig ist das hier so eine Sache. Überall gibt es hier „soda“, das sind Coca Cola und Co in allen möglichen Varianten. Ansonsten sieht es eher mau aus, man muss meist auf Wasser (natürlich ohne Kohlensäure, grmpf) zurückgreifen – immer gefiltert oder abgekocht natürlich. Hier wird auch viel schwarzer Tee getrunken und ich als eigentlicher Antiteetrinker beginne so langsam gefallen daran zu finden (was mich eigentlich sehr nervt, denn ich will doch nicht gute, alte Prinzipien aufgeben), auch wenn man aufpassen muss, dass er nicht zu stark vorgesüßt ist. Hierzulande gibt es auch das Prinzip dem anderen die Tasse mindestens bis zum Rand vollzuschütten, denn wenn man weniger gibt, sieht es so aus, als gönne man ihm nichts. In ein paar Läden haben wir auch noch Saft entdeckt, von dem wir ein paar Liter eingekauft haben. Wenn wir mal wieder 5 Flaschen Soda (á 350ml) trinken mussten, weil wir hier und da zu Besuch waren, greifen wir darauf zurück. Naja, insgesamt gesagt bin ich von dem hiesigen Lebensmittelangebot aber positiv überrascht, die Umstellung nicht so grausam wie gedacht, auch wenn sich am Anfang ein paar Mal mein Magen mit lautem Grummeln zu Wort gemeldet hat. In den nächsten Tagen folgen dann hoffentlich noch mehr Berichte über die tansanische Lebensweise, bis dahin wünsche ich euch alle Gute. Euer David.
9.10.09 17:22
 
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